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Studien

Black in Fashion Council & Human Rights Campaign Foundation "Black in Fashion Council Report 2021": Schwarze Berufstätige in der Modebranche sind mit weit verbreiteter Diskriminierung und Vorurteilen konfrontiert - ein Beleg für den historisch rassistischen und ausgrenzenden Charakter der Modebranche. In dieser Umfrage wurden 30 Teilnehmer*innen gebeten, Fragen zu den aktuellen Richtlinien und Praktiken ihres Unternehmens in Bezug auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (Diversity, Equity und Inclusion/DEI) zu beantworten. Die vier Hauptkriterien, die für diese Umfrage ausgewählt wurden, waren: (1) Nichtdiskriminierung am Arbeitsplatz, (2) Aufbau einer integrativen Kultur, (3) Einbindung der schwarzen Gemeinschaft und (4) soziale Verantwortung von Unternehmen. Die Umfrage basierte auf drei Anerkennungsstufen - "Aufbauend", "Grundlegend" und "Innovativ" -, in die die Teilnehmer auf der Grundlage ihrer Umfrageantworten für jedes Kriterium eingestuft wurden (Ergebnisse auf Seite 4).

Disaster Trade "The hidden footprint of UK production overseas" (PDF-Datei): Der Bericht zeigt, dass der Handel nicht nur einen Kohlenstoff-Fußabdruck hat, sondern auch einen "Katastrophen-Fußabdruck". Kleidung oder Baumaterialien, die im Vereinigten Königreich verwendet werden, werden im Ausland produziert. Die mit ihrer Herstellung verbundenen Emissionen sind so weniger streng reguliert und weniger sorgfältig erfasst. In Kambodscha zum Beispiel, von wo das Vereinigte Königreich 4% seiner Bekleidung importiert, sind die Fabriken, die Kleidung für den britischen Markt herstellen, mit kohlenstoffintensiver Energieerzeugung, großflächiger Abholzung und Misswirtschaft bei den Wasserressourcen verbunden, was die Auswirkungen von Dürren verstärkt. Die Auswirkungen des Klimawandels, einschließlich der Dürre- und Überschwemmungskatastrophen, werden daher von den wohlhabenderen Ländern als Preis für das Wirtschaftswachstum gehandelt und von den weniger wohlhabenden Ländern importiert ("Kohlenstoffkolonialismus"). Vor diesem Hintergrund sei ein neues Konzept erforderlich: ein Konzept, das Katastrophen nicht als autonom entstehend oder global verursacht betrachtet, sondern als in spezifischen Prozessen von Industrie, Handel und Konsum verwurzelt (Summary - PDF-Datei).

Transparentem "Hidden Harm: Audit Deception in Apparel Supply Chains and the Urgent Case for Reform" (PDF-Datei): Die Befragten in fast 20 Bekleidungsfabriken und Spinnereien in Indien, Malaysia und Myanmar beschrieben verschiedene Strategien von Arbeitgeber*innen und Personalvermittler*innen, um Arbeitsrechtsverletzungen zu verbergen. Einige Beschäftigte sagten, sie befürchteten, dass die Käufer ihre Aufträge stornieren und damit ihre Arbeitsplätze gefährden würden, wenn sie ihren Arbeitgebern nicht dabei helfen würden, Verstöße zu vertuschen. Die Untersuchungen ergaben, dass Audit-Täuschungen zur Verschleierung illegaler jugendlicher Arbeitskräfte und verbotener Anwerbegebühren besonders häufig vorkommen. In fast allen untersuchten Fabriken in Indien und Myanmar wurden jugendliche Arbeiter*innen entweder auf dem Gelände versteckt oder angewiesen, sich während der Audits vom Arbeitsplatz fernzuhalten, so die Arbeiter*innen.

News

Better Cotton zu CO2-Emissionen: Better Cotton berichtet über eine erste Studie zu Treibhausgasemissionen die ergab, dass die Produktion von Better Cotton im Durchschnitt eine um 19% geringere Emissionsintensität pro Tonne aufweist als die Vergleichsproduktion in China, Indien, Pakistan, Tadschikistan und der Türkei. Bei der Produktion von 2,98 Mio. Tonnen Baumwolle fallen durchschnittlich jährlich THG-Emissionen von 8,74 Mio Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten an - das entspricht 2,93 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten pro produzierter Tonne Baumwolle. Die größte Emissions-Hotspot ist die Düngemittelproduktion, auf die 47 % der Gesamtemissionen der Better Cotton-Produktion entfallen. Auch die Bewässerung und der Einsatz von Düngemitteln erwiesen sich als bedeutende Emissionsfaktoren. Auf Grundlage der Daten will Better Cotton nun ein Ziel für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 festlegen.

Lieferkettengesetz in Großbritannien: Führende Unternehmen, Investoren, Wirtschaftsverbände und Initiativen, die im Vereinigten Königreich tätig sind, fordern die Regierung auf, ein neues britisches Gesetz, das eine menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflicht für Unternehmen und Investoren vorschreibt, umzusetzen. Wörtlich heißt es in dem Schreiben "Während wir uns erholen und wieder aufbauen, erkennen wir die Notwendigkeit neuer verbindlicher Standards an, die allen zugute kommen und die Nachhaltigkeit fördern. Eine verbindliche menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflicht ist der Schlüssel, um sicherzustellen, dass die Bemühungen von Unternehmen, die die Menschen und den Planeten respektieren, sowohl während als auch nach dem Wiederaufbau von COVID-19 nicht durch das Fehlen eines einheitlichen Verhaltensstandards für alle Wirtschaftsakteur*innen untergraben werden". Zu den Unterzeichner*innen gehören u.a. die Bekleidungsunternehmen asos und Primark.

Initiative Make the Label Count: Die neue Initiative Make the Label Count fordert mehr Transparenz bei Kennzeichnung von Kleidung. Zu den Initiator*innen gehören die niederländische Changing Markets Foundation und DNFI, die Discover Natural Fibres Initiative. Die Initiative fordert die Europäische Kommission auf, transparente, vollständige und genaue Nachhaltigkeitskennzeichnungen in Kleidung zu gewährleisten. Die Europäische Kommission schlägt - im Einklang mit ihrer Green-Deal-Agenda - ein Kennzeichnungssystem für Bekleidung vor. Die entsprechende Maßnahme der Europäischen Kommission zur Bewertung der Umweltauswirkungen von Kleidung wird als Product Environmental Footprint (PEF) bezeichnet, diese wird jedoch von Make the Label Count als „unvollständig“ bezeichnet.

Unternehmen im Textilbündnis

Primark startet Recyclingprogramm in Deutschland, Österreich und Irlan, bei dem die Kundschaft gebrauchte Kleidung spenden kann. „Gebrauchte Kleidungsstücke zu spenden und so ihre Wiederverwertung zu erleichtern ist ein wichtiger Bestandteil unserer Bemühungen, ein kreislauforientiertes und nachhaltigeres Unternehmen zu werden”, sagte Christiane Wiggers-Voellm, Geschäftsführerin von Primark Deutschland und Österreich.

Puma: Trotz pandemiebedingter Probleme in Asien und Lieferengpässe konnte das Unternehmen seinen Umsatz deutlich verbessern: Er lag im Zeitraum von Juli bis September bei 1,90 Mrd. Euro und übertraf das Niveau des Vorjahresquartals damit um 20,0%. Auch die Aktie des Unternehmens entwickelt sich positiv: Über drei Jahre verzeichnete sie einen Kursanstieg von mehr als 130%, über fünf Jahre liegt dieser sogar bei rund 330%. Im September stieg das Papier in den Dax auf.